Sonntag, 21. Oktober 2012
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Werder gewinnt klar mit 4:0 gegen harmlose Gladbacher!

Werder Bremen hat Borussia Mönchengladbach wieder einmal in die Schranken gewiesen und mit 4:0 (2:0) besiegt. Damit ist die Fohlen-Elf seit 25 Jahren an der Weser ohne Erfolg - keines der letzten 22 Bundesliga-Spiele konnte sie gewinnen.
Länger wartet kein Bundesligist auf einen Erfolg bei einem Konkurrenten. Bayern-Leihgabe Nils Petersen (37.) brachte die Hanseaten auf die Siegerstraße, Marko Arnautovic (45.), Niclas Füllkrug (76.) und Zlatko Junuzovic (86.) vollendeten zum ungefährdeten Sieg vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion.

"Wir waren sehr, sehr aktiv, wir haben nicht nur reagiert, sondern nonstop den Gegner bedrängt", freute sich Trainer Thomas Schaaf über die Leistungssteigerung seiner Elf nach der Pleite in Augsburg. "Ich bin viel glücklicher über die Defensive", sagte der Coach. "Das ist die Grundvoraussetzung, dass man so offensiv reagieren kann." Sein Gladbacher Kollege Lucien Favre dagegen war bedient nach der Pleite: "Es war dumm das 2:0 eine Minute vor der Halbzeit zu kriegen." Der Schweizer erkannte einmal mehr: "Wir sehen, wir haben viel zu tun."

Für den verletzten Clemens Fritz (Adduktorenprobleme) begann bei Bremen Lukas Schmitz, der schon nach eineinhalb Minuten Gladbachs Torhüter Marc-André ter Stegen mit einem als Flanke gedachten Ball von der linken Außenbahn prüfte. Für den vom Länderspiel mit Österreich angeschlagen zurückgekehrten Sebastian Prödl stand Assani Lukimya in der Startelf, die zwei Wochen nach dem 1:3 im Auswärtsspiel in Augsburg eine Reaktion zeigte und mit Offensivdrang begann.

Im Abschluss mangelte es den Bremern zunächst allerdings an Mut. Erst eine Standardsituation brachte die Führung durch Petersen, der einen Eckball von de Bruyne einköpfte. Im Selbstbewusstsein gestärkt, versuchte sich auch Zlatko Junuzovic (40.) mit einem Solo im Strafraum, wurde aber von ter Stegen gestoppt. Kurz vor dem Pausenpfiff spielte Aaron Hunt bei einem schnellen Konter einen Pass in die Spitze, Arnautovic spitzelte den Ball über den herauslaufenden ter Stegen ins Tor.

Die Gäste, bei denen Patrick Herrmann wegen einer Oberschenkelzerrung erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, begannen wie beim 2:0 gegen Eintracht Frankfurt mit Lukas Rupp auf rechts. Doch in der ersten Viertelstunde waren von der Elf von Lucien Favre keine Bemühungen in der gegnerischen Hälfte zu sehen. Nach 18 Minuten gab Granit Xhaka lediglich einen Warnschuss auf das von Sebastian Mielitz gehütete Tor ab.

Gefährlich wurde die Fohlen-Elf durch eine Ecke von Juan Arango und einer Volley-Abnahme von Nordtveit gegen die Latte. Mielitz war zur Stelle, als Arango (57.) sich noch einmal gegen die drohende Niederlage zu stemmen versuchte. Völlig verunsichert gab sich die Gladbacher Defensive, als Arnautovic unbedrängt auf den gerade eingewechselten und ungedeckten Füllkrug passen konnte. Kurz vor Schluss setzte Junuzovic dann mit einem Rechtsschuss den Schlusspunkt.

Empfindlicher Rückschlag für Dortmund - 1:2 gegen S04!

Mit hängenden Köpfen flüchteten die einstmals stolzen Meister nach dem 1:2 (0:1) gegen den FC Schalke 04 in die Kabine - begleitet von den Triumphgesängen der gegnerischen Fans. Ähnlich ernüchtert wie seine Profis reagierte Jürgen Klopp auf die Schlappe im 141. Revierderby. Kleinlaut räumte der Dortmunder Fußball-Lehrer Fehler bei der Ausrichtung seiner Notelf ein: "Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe. Ich wollte der Mannschaft durch die Systemumstellung helfen", sagte er beim Pay-TV-Sender Sky.

Ausgerechnet im prestigeträchtigen Duell mit dem Erzrivalen ging die 17 Spiele währende Serie ohne Heimniederlage zu Ende. Zudem wuchs der Rückstand zum Tabellenführer aus München auf fast uneinholbare zwölf Punkte an. Der Schalker Neuzugang Ibrahim Afellay (14. Minute) und Marco Höger (48.) sorgten vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park beim BVB für Frust. Den Anschlusstreffer besorgte Robert Lewandowski (55.).

"Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht da, wo wir hinwollen", kommentierte Trainer Huub Stevens den ersten Sieg der Schalker in einem Big-Point-Spiel gegen ein Topteam seit über einem Jahr. "Die Mannschaft hat heute nicht das erkennen lassen wie sonst in den Spitzenspielen. Ich bin stolz auf die Mannschaft und das Trainerteam", lobte Manager Horst Heldt.

Es passte ins Bild von einem wankenden Meister, dass auch der Trainer kein glückliches Händchen bewies. Aufgrund der Ausfälle von Mario Götze, Jakub Blaszczykowski, Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer hatte Klopp sein Team nicht nur personell, sondern auch taktisch mächtig umgestellt. Doch der mutige Versuch, auf eine Dreierkette mit Innenverteidiger Sven Bender zu setzen, ging schief. Die anfängliche Verwirrung in der BVB-Deckung nutzte Afellay mit einem Volleyschuss aus 14 Metern zur frühen Führung der Gäste. "Wir haben ein bisschen was ausprobiert", meinte Sven Bender vielsagend.

Auch die danach eingeleitete Maßnahme von Klopp, mit einer Umstellung auf eine Vierer-Abwehrkette den Schaden zu begrenzen, nutzte wenig. Anders als in den vergangenen vier Derbys bestimmte der FC Schalke das Geschehen.

Alle Hoffnungen der Dortmunder auf eine Trendwende erwiesen sich auch in der zweiten Halbzeit als Wunschdenken. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff schlug Schalke mit einem Konter eiskalt zu. Ein sehenswertes Zuspiel von Lewis Holtby nutzte Höger zum vorentscheidenden 2:0. Der Kopfball von Lewandowski weckte beim BVB zwar neue Hoffnungen, sorgte aber nicht für das erwünschte Happy End. In der hektischen Schlussphase retteten die Königsblauen den Vorsprung ohne große Not über die Zeit und waren dem Ausbau der Führung näher als die Dortmunder dem Ausgleich.

Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen. So eskaliert wie diesmal war die Situation in den vergangenen Jahren nicht. "Dortmunder und Schalker Gewalttäter haben unser Sicherheitskonzept bewusst unterlaufen, um die gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Unbeteiligten und dem Gegner zu suchen", kommentierte der Einsatzleiter der Polizei, Dieter Keil.

Bereits vor Spielbeginn war es immer wieder zu Prügeleien und Sachbeschädigungen gekommen. Einige Ultra-Fans hätten Straßen blockiert. Während die Stimmung im Signal-Iduna-Park weitgehend friedlich blieb, musste die Polizei vor dem Stadion hart durchgreifen. Mehrere hundert Dortmunder - einige davon vermummt - attackierten etwa 600 Schalke-Fans bei deren Ankunft. Mit Flaschen und Farbbeuteln ausgerüstet griffen die Fans auch Polizisten an.

Andernorts bewarfen Dortmunder Hooligans Polizisten mit Pflastersteinen. Unmittelbar vor dem Stadion setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein, um Schalke-Anhänger davon abzuhalten, einen Zaun niederzudrücken. Etwa 100 Schalke-Fans hatte die Polizei schon bei deren Anreise in Gewahrsam genommen.

Bayern setzen Rekordmarke - 5:0-Sieg in Düsseldorf!

Der FC Bayern München hat mit einer Rekordmarke ein Ausrufezeichen gesetzt und seine Titelansprüche eindrucksvoll untermauert.

"So muss es weitergehen, dann sind wir nicht zu stoppen", sagte Kapitän Philipp Lahm nach dem deutlichen 5:0 (2:0)-Erfolg beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Damit feierte der Rekordmeister als erstes Team in der Geschichte der Fußball-Bundesliga acht Siege vom Start weg. "Von uns aus kann die Serie weitergehen", meinte Lahm.

Vor 54 000 Zuschauern erzielten Mario Mandzukic (28.), Luiz Gustavo (36.), Thomas Müller (55./86.) und Rafinha (88.) die Treffer für die Bayern, die damit zum 600. Mal die Tabellenführung innehaben. Für Jupp Heynckes war es zudem der 300. Ligasieg als Trainer. "Wir haben uns viel vorgenommen und in einer Art und Weise gewonnen, die überragend war", befand Heynckes. "Vor allem hat mir imponiert, dass wir in der Defensive nichts zugelassen haben." Die Gastgeber waren keineswegs frustriert, sondern schätzten die Lage eher realistisch ein. "Wir haben nicht gedacht, dass wir die Liga revolutionieren. Wir wussten, dass es Rückschläge gibt. Damit werden wir umgehen müssen", sagte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier.

Heynckes hatte anfangs noch auf einen Einsatz des genesenen David Alaba verzichtet. Auch Neuzugang Javier Martínez saß zunächst nur auf der Bank. Innenverteidiger Dante konnte nach seiner Kniestauchung auflaufen.

Wie erwartet dominierten die Bayern von Beginn an die Partie gegen den tiefstehenden Düsseldorfer Abwehrblock. Toni Kroos (5./12.) und Franck Ribéry (10.) hatten gleich drei gute Tormöglichkeiten, Fortuna-Keeper Fabian Giefer war auf dem Posten. Ein Kopfball von Bastian Schweinsteiger verfehlte das Tor nur knapp (19.).

Die Gastgeber, deren Fans vor dem Anpfiff die Ehrenmitgliedschaft der Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen feierten, hatten ihren Kapitän Andreas Lambertz an Bord. Der Mittelfeldspieler hatte wegen einer Zehenverletzung 14 Tage mit dem Training pausiert. Verzichten mussten die Fortunen auf Oliver Fink und Stelios Malezas, dafür standen erstmals Du-Ri Cha und Juanan in der Startformation.

Gegen die sicher kombinierenden Gäste fand die Fortuna kaum Entlastung. Nach knapp einer halben Stunde hielt sich dann auch die Defensive nicht mehr schadlos. Auf Vorlage von Ribéry erzielte Mandzukic aus kurzer Distanz die 1:0-Führung für den FC Bayern. Es war der siebte Saisontreffer des Kroaten. Düsseldorfs Torhüter Giefer verhinderte danach mit einigen Paraden einen höheren Rückstand. Nach einer Unachtsamkeit in der Deckung musste der Keeper vor der Pause doch noch das 0:2 durch Luiz Gustavo hinnehmen (36.).

Im zweiten Abschnitt wurde der Aufsteiger ein wenig mutiger und hatte erstmals Aktionen vor dem Bayern-Gehäuse, das von Manuel Neuer allerdings sicher gehütet wurde. Mit einem Doppelschlag von Müller (55./86.) sowie dem 5:0 durch Rafinha (88.) feierte der Rekordmeister am Ende noch einen Kantersieg. Zudem bleiben die Münchener damit auswärts seit 387 Minuten ohne Gegentreffer.

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